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Die Erwachsenen-Taufe oder Gläubigentaufe

In den säkularisierten Gesellschaften Europas spielt die Erwachsenentaufe wieder eine größere Rolle, weil viele Menschen keiner christlichen Kirche angehören und viele Kindern deswegen nicht getauft werden.

Der entscheidende Unterschied ist, dass bei der Erwachsenen- oder Gläubigentaufe der Täufling selbst seinen Glauben in eigener Verantwortung bekennt und kommuniziert, während bei der Kindertaufe die Eltern und Paten stellvertretend für das Kind den Glauben bekennen.

Worum geht es bei der Taufe Erwachsener?

Christ wird man durch die Taufe. Sie wurde von Jesus Christus selbst eingesetzt. Alltägliches Wasser wird durch die Verheißung Gottes dabei in der Taufhandlung zu einem göttlichen Segen. Aber Christ wird man nicht über Nacht. Christ zu werden und Christ zu sein ist eine Berufung, die es zu entdecken gilt. Am besten zusammen mit anderen Christen in der Kirche. Dazu braucht es Zeit.

Der Weg bis zur Taufe ist abhängig von der Lebenssituation der Taufbewerber. Er dauert mehrere Monate, oft ein Jahr. Es braucht Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen: über die eigene Geschichte und die persönliche Lebenserfahrung, über die Fragen nach dem Sinn des Lebens, über Gott und die Welt, über Gemeinschaft und Kirche. Es braucht Zeit, die Kirche näher kennen zu lernen, das heißt: Christen vor Ort, die evangelische Gemeinde in Ihrem Umfeld, die Gemeinschaft aller Christen in Ihrer Landeskirche, in der Evangelischen Kirche in Deutschland, in der Ökumene. Es braucht Zeit, zu verstehen und anzunehmen, was zum Glauben gehört. Es braucht Zeit, sich zu entscheiden: für den christlichen Glauben und für die gelebte Gemeinschaft in der Kirche – und für die Taufe.

Bedarf es einer besonderen Vorbereitung, wenn Jugendliche oder Erwachsene sich taufen lassen möchten?

Ja, je nach Kirchengemeinde wird es vorbereitende Seminare oder Gesprächen mit der Pfarrerin bzw. dem Pfarrer geben. Dabei geht es zum einen um die ganz persönliche Auseinandersetzung mit dem Glauben und die „Kernstücke“ der christlichen Glaubenstradition: Das Vaterunser, als Grundgebet der Christen, das Glaubensbekenntnis und die Zehn Gebote, Einblick in die Bibel und das evangelische Gesangbuch. Zum anderen werden bei den Gesprächen die Gestaltung des Taufgottesdienstes und dessen Ablauf besprochen. Für ungetaufte Jugendliche führt meist der Konfirmandenunterricht zur Taufe.Das Buch - Glauben kompakt zur Tauf-Vorbereitung für Erwachsene - bestellen
 
Auch in der katholischen Kirche geht der Taufe von Schulkindern, die kirchenrechtlich als Erwachsene gelten, von Heranwachsenden und Erwachsenen eine in der Regel einjährige Vorbereitungszeit, der Katechumenat, voran.

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Benötigen Erwachsene oder Jugendliche auch Taufpaten?

Jugendliche und Erwachsene müssen aufgrund eigener Mündigkeit bei ihrer Taufe keine Paten haben. Trotzdem ist es natürlich hilfreich, Freunde fürs Leben und Begleiter in der Welt des Glaubens zu haben.

Muss ich mich erneut taufen lassen wenn ich die Konfession wechsle oder wieder eintrete?

Nein. Die Taufe ist im Verständnis aller christlichen Kirchen etwas Einmaliges und kann daher nicht wiederholt werden. Gottes „Ja“ in der Taufe bleibt bestehen. Viele Kirchen bezeichnen die Taufe als „Sakrament der Einheit“ der Christen und erkennen sie wechselseitig an. Am 29. April 2007 unterzeichneten elf Kirchen im Magdeburger Dom feierlich eine gemeinsame Erklärung zur christlichen Taufe, in der sie die in ihnen vollzogenen Taufen gegenseitig anerkannt haben.

Neben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der römisch-katholischen Kirche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz haben folgende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) angehörenden Kirchen dieser gemeinsamen Erklärung zugestimmt: - die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche, - die Arbeitsgemeinschaft Anglikanisch-Episkopaler Gemeinden in Deutschland, - die Armenisch-Apostolische Orthodoxe Kirche in Deutschland, - die Evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen, - die Evangelische Brüder-Unität (Herrnhuter Brüdergemeine), - die Evangelisch-methodistische Kirche, - das Katholische Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, - die Orthodoxe Kirche in Deutschland, - die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche.

Die täuferischen Kirchen innerhalb der ACK (Baptisten, Mennoniten) und die Heilsarmee stimmten der Erklärung nicht zu. Sie lehnen die reine Kindertaufe ab. Für die meisten Christinnen und Christen in Deutschland aber gilt seither schwarz auf weiß: Wer getauft ist, dessen Taufe wird über die Grenzen der eigenen Kirche anerkannt. Die Taufe ist die Eintrittstür in die christliche Gemeinschaft. Und diese Tür bleibt auch für diejenigen offen, die nach einem Austritt wieder der Kirche angehören wollen.

Kindertaufe oder Erwachsenentaufe?

Im Verlauf der Geschichte der Kirche hat sich die Bedeutung der Taufe erweitert. Heute ist in der Kirche beides möglich, die Taufe von Säuglingen und Kindern, in der Eltern und Paten und Gemeinde ihre Verantwortung vor Gott bekennen und um Gottes Segen bitten, aber auch der eigenverantwortliche Schritt von Jugendlichen bei der Konfirmation oder von Erwachsenen, die der Kirche beitreten wollen. Denn ganz gleich, wie alt der Täufling ist: In der Taufe wird das Geschenk der die Zugehörigkeit zu Jesus Christus und die Zuwendung Gottes zu dem Täufling deutlich. Und darum ist die Taufe religionsmündiger Menschen und die Taufe von Säuglingen und Kindern nicht als Gegensatz zu begreifen. Beides ist möglich und wird in der evangelischen Kirche praktiziert.

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Taufe - Hintergrund, Vorbereitung und Tauffest >>>

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(Quelle Bild: evangelische.de)

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