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Väter und das Geburtstrauma

Wie erleben Sie Männer im Kreißsaal? Können Väter traumatisiert werden?

Schwangerschaft, Kreißsaal, Stillen, Wickeln und die ersten Kontakte zum Baby. Jeder Mann begleitet seine Partnerin und den Nachwuchs auf seine ganz eigene Weise.

Eine Geburt ist neben aller Euphorie eben auch ein seelisch enorm herausforderndes Ereignis, und da haben Männer wie Frauen jeweils unterschiedliche Bewältigungsstrategien.

Die meisten Männer sind bei der Geburt nah bei sich und ihrer Partnerin. Andere flüchten sich etwa in eine unangemessene Heiterkeit und reißen ständig Witze. Einige wenige versuchen, sich den Stress vom Leib zu halten, indem sie aggressiv werden.

Kann die Geburt einen Mann auch traumatisieren?

Ist die Rede von einer traumatisierenden Geburt, denkt man automatisch an die Frau. Sie bringt das Kind zur Welt, ihr Körper ist es, der die ganze Arbeit verrichtet und womöglich eine Operation über sich ergehen lassen muss. Sie ist also auch diejenige, bei der nach einer besonders schweren Geburt psychische Folgen auftreten können. Doch eben nicht nur: Wie eine neue Studie der Oxford University zeigt, sind Männer ebenso betroffen.

Die befragten Väter, die allesamt mit komplizierten bis lebensgefährdenden Geburten konfrontiert waren, erzählten den Studienleitern von blutigen Notfallkaiserschnitten und Hektik im Kreisssaal. Und sie erwähnten dabei immer wieder, wie alleine gelassen und uninformiert sie sich gefühlt hätten. Man habe ihn «einfach in eine Ecke gestellt», während sich das Ärzteteam um seine Frau kümmerte, sagte ein Mann. Mit keinem Wort hätten ihm die Mediziner erklärt, was genau ablaufe und ob seine Frau und das Baby in Gefahr seien. Sie ignorierten ihn und seine Ängste und «nahmen einfach an, dass ich okay sei».

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Vater sieht Mutter und Kind in Gefahr

Es liegt in der Natur der Sache, dass der Fokus während der Geburt auf Mutter und Baby liegt. Erst recht, wenn es Komplikationen gibt und die Ärzte schnell handeln müssen. Die Väter darf man in solchen Momenten trotzdem nicht komplett aussen vor lassen.

Viele von ihnen fühlen sich sowieso schon etwas hilflos während der Geburt, weil sie ihrer Frau die Wehen nicht abnehmen und auch sonst nicht viel tun können. Kommt es zu Komplikationen, überfällt den Mann erst recht ein Gefühl der kompletten Ohnmacht: Er sieht Frau und Kind in ernsthafter Gefahr, kann aber rein gar nichts unternehmen, um zu helfen.

Denn man dürfe nicht vergessen, so die Studienleiterin, dass die Männer im Gegensatz zu den Frauen jedes Detail der Geburt eins zu eins mitbekommen. Gerade weil sie nicht körperlich betroffen sind, stehen sie hellwach mitten in der furchteinflössenden Szenerie, emotional hochinvolviert, aber dennoch handlungsunfähig. Ein Zustand, der Spuren hinterlässt. So speichert manch einer die traumatisierenden Bilder ab, traut sich aber danach nicht, darüber zu reden. Das wäre schliesslich unmännlich. Und sonderbar. Denn Probleme mit dem Verarbeiten einer schweren Geburt hat Mann einfach nicht, das ist ein Frauending.

Den Vater in die Nachbereitung einbeziehen

Wenn der Mann bei der Geburt dabei war, sollte die Hebamme ihn in die Nachsorge einbeziehen. Es ist wichtig zu fragen, wie es ihm geht, wie er die Geburt erlebt hat und ob es etwas Kritisches gibt, das ihm von der Geburt nachhängt.

Normalerweise löschen Männer ähnlich wie die meisten Frauen die dramatischen Bilder einer Geburt aus ihrer unmittelbaren Erinnerung. Oft erinnern sie sich später so richtig nur an den Moment, als sie das Kind zum ersten Mal in den Armen hielten. Gehen jemandem aber immer wieder kritische Szenen der Geburt durch den Kopf, sollte man unbedingt mit jemandem darüber reden. Im guten Fall kennt die nachsorgende Hebamme geeignete therapeutische Stellen.

(Quelle Bilder: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH)

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