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Elterngeld Plus

Teilzeitarbeit soll lukrativer werden

Familienministerin Schwesig hat ein neues Modell vorgestellt, welches das Elterngeld flexibler gestalten soll. Basierend auf den Erfahrungen mit dem Elterngeld soll es nun die Option geben, das Elterngeld 28 Monate zu beziehen. Außerdem werden die Anreize für Väter in Elternzeit weiter verstärkt.

Die Bilanz des Elterngeldes ist seit seiner Einführung ambivalent: So ist das Geld zwar eine gute Hilfe für junge Familien, seine Ansprüche hat es jedoch noch nicht komplett erfüllt. Vor allem Familien, deren Eltern sich gezwungen sehen, vor Ablauf des Elterngeldes wieder zu arbeiten, waren von der bisherigen Regel benachteiligt. Außerdem sind die zwei Monate zusätzliches Elterngeld, welche ursprünglich einen Anreiz für Väter zu einer längeren Elternzeit sein sollten, zu „Alibi-Monaten“ verkommen: Väter nehmen sich im Regelfall nur diese beiden Monate, um das Geld zu beziehen, weiten diese Elternzeit aber so gut wie nie aus.

Flexiblere Gestaltung der Elternzeit

Diesen beiden großen Nachteilen des Elterngeldes soll das von Schwesig geplante Elterngeld Abhilfe schaffen. Wie n-tv berichtete, soll das Elterngeld Plus ab Mitte nächsten Jahres den Einstieg in den Beruf in Teilzeit ohne finanzielle Einbußen vereinfachen. So sollen Familien die Möglichkeit haben, das Elterngeld entweder wie gehabt zu beziehen oder halbierte Beiträge über einen doppelt so langen Zeitraum. Dabei soll das Elterngeld Plus unabhängig von der Rückkehr in den Beruf weiter gezahlt werden.

Bislang entstanden Elternteilen, die früher in den Beruf zurückkehrten, finanzielle Nachteile. Das Elterngeld wurde ihnen gekürzt. Bemessungsgrundlage für die Kürzung war dabei die Differenz aus dem Einkommen vor und nach der Schwangerschaft, sodass das Elternteil faktisch weniger Geld zur Verfügung hatte als nach der Schwangerschaft. Durch das Elterngeld Plus ist nun garantiert, dass das Einkommen durch das Elterngeld in jedem Fall aufgestockt wird, unabhängig von dem Zuverdienst während der Elterngeldzeit. Damit fällt die Entscheidung zwischen Vollzeit-Elterndasein und Vollzeit-Berufstätigkeit weg.

Größere Anreize für Väter

Schwesig möchte zeitgleich die Anreize von Vätern, Elterngeld zu beziehen, weiter erhöhen. So sollen Väter, wenn sie in Elternzeit gehen, 10 Prozent mehr Elterngeld bekommen. Damit möchte Schwesig die „Alibi-Monate“ verringern. Denn momentan liegt der Anteil der Väter, die Elternzeit nehmen, bei bloß 27 Prozent, und ein Großteil dieser nimmt nur zwei Monate.

Das Elterngeld Plus soll im Juli 2015 eingeführt werden und die Familienfreundlichkeit innerhalb Deutschlands weiter verbessern. Allerdings scheint die Ursache für die wenigen Väter in Elternzeit nicht unbedingt beim Elterngeld zu liegen, sondern vielmehr bei der Familienfreundlichkeit der Unternehmen. So hat eine kürzlich veröffentlichte Studie des Beratungsunternehmens A.T. Kearney und des DIW Berlin herausgefunden, dass nur 13 Prozent der Deutschen zufrieden sind mit der Familienfreundlichkeit ihres Unternehmens.

Rund ein Drittel der Deutschen Arbeitnehmer befürchtet einen Knick in der Karriere, wenn sie Leistungen wie Elternzeit in Anspruch nehmen. Und genauso viele Männer trauen sich nicht, mit ihren Vorgesetzten überhaupt über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu sprechen. Familienfreundlichkeit scheint also eher im Image der meisten Unternehmen verankert zu sein als im tatsächlichen Job. Und trotz wachsender Beschäftigungsmöglichkeiten in Teilzeit möchten vor allem Väter zur Geburt ihres Kindes keinen Arbeitsplatzwechsel in Kauf nehmen.

Elternschaft und die damit einhergehende Teilzeitarbeit sind also nach wie vor Frauensache. Das Elterngeld Plus ist damit vor allem eine Stütze für die Frauen – hier aber eine erhebliche. Immerhin arbeiten 67 Prozent der Mütter nach der Geburt des Kindes wieder in Teilzeit. Für diese bedeutet das Elterngeld Plus dann eine geringere finanzielle Einbuße bei der Mutterschaft und gleichzeitiger Berufstätigkeit.

(Quelle Bild: Istockphoto/ © cmfotoworks)

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