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Kaiserschnitt - nur wenn es sein muss

Bei einigen Frauen ist er notwendig, bei anderen sogar erwünscht – doch für Kind und auch Mutter besteht ein höheres gesundheitliches Risiko beim Kaiserschnitt. Zudem können weitere Komplikationen nach der Geburt auftreten.

Die Anzahl der Kaiserschnitte in Deutschland nimmt stark zu

Die Anzahl der Kaiserschnitte hat sich von 1991 bis 2010 verdoppelt und der Anteil der Kaiserschnitt-Geburten hat sich von 15,3 auf 31,9 Prozent erhöht, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt. Bezogen auf die Zahl der Geburten wurden anteilig die meisten Kaiserschnitte im Saarland vorgenommen (36,6%), gefolgt von Rheinland-Pfalz (34,8%) und Hessen (34,2%). Am seltensten waren Kaiserschnitt-Geburten in Sachsen (22,9%).

Ein Kaiserschnitt kann notwendig sein, wenn das ungeborene Kind im Mutterleib beispielsweise eine falsche Position einnimmt oder wenn es einfach besonders groß ist. In besonderen Fällen kann ein Kaiserschnitt sogar das Leben von Mutter und Baby retten. Doch zunehmend entscheiden sich Frauen in Deutschland freiwillig für einen Kaiserschnitt: Nach Angaben der "Welt" wurde der operative Eingriff im Jahr 2010 bei jeder dritten Geburt durchgeführt. Die Gründe sind oft Ängste der werdenden Mütter vor den Geburtsschmerzen oder manchmal auch eine bessere Planbarkeit des Geburtstermins. Dabei ist dieser Eingriff noch immer mit verschiedenen Gefahren verbunden.

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Die Operation "Kaiserschnitt"

Dieser operative Eingriff dauert bis zu einer Stunde. Die Mutter wird dazu entweder in Vollnarkose (nur bei Zeitnot) gelegt oder es wird eine Regionalanästhesie (lokale Betäubung) vorgenommen, nach der die Frau schneller wieder zu Bewusstsein gelangt und ihr Kind schon kurz nach dem Eingriff kennen lernen kann.

Wenn die Frau unter Vollnarkose ist oder durch lokale Betäubung bei vollem Bewusstsein jedoch ohne Schmerzempfindung, wird mit der Operation begonnen. Eventuell ist eine Rasur der Schamhaare notwendig. Der Schnitt erfolgt horizontal und in der so genannten „Bikinizone", das heißt, die Narbe wird später auch beim Tragen eines Bikinis nicht zu sehen sein. Die Bauchdecke wird Schicht für Schicht eröffnet. Dann wird die Uterusmuskulatur aufgeschnitten und das Baby der Gebärmutter entnommen. Das Neugeborene wird in die Hand einer Kinderkrankenschwester gegeben. Der Operateur wird nun die einzelnen Schichten wieder zunähen, was einige Zeit in Anspruch nimmt. Die äußeren Wundränder werden in der Regel geklammert.

Der Eingriff hat Nachteile

Das Kind unterliegt beim Kaiserschnitt einem erhöhten Risiko: Es ist in seinem späteren Leben häufiger von Erkrankungen des Immunsystems betroffen, leidet öfter an Allergien und Asthma. Nachteilig ist auch der fehlende Kontakt zu bestimmten Keimen, der während einer natürlichen Geburt entstehen. Dabei übertragen sich für den Organismus wichtige Bakterien aus dem Geburtskanal auf das Kind. Der Mangel an diesen Bakterien kann später ein höheres Risiko für Diabetes und Übergewicht nach sich ziehen.

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Babys, die durch Kaiserschnitt geboren werden, haben außerdem häufiger Fruchtwasser in der Lunge: Allerdings liege das eher daran, dass Kaiserschnitte oft zu früh durchgeführt werden, so Professor Ernst Rainer Weissenbacher von der Frauenklinik Dr. Geisenhofer im München in einem Interview mit der "Apotheken Umschau". Dazu kommt: "Zu früh auf die Welt geholte Kinder können sich oft schlechter anpassen, haben häufiger Atemprobleme, Probleme mit dem Blutzuckerspiegel und dem Temperaturhaushalt", so Weissenbacher weiter.

Risiken für die Mutter

Ein Risiko beim Kaiserschnitt besteht aber nicht nur für die Kinder, sondern ebenfalls für die Mütter. Der Kaiserschnitt kann mit anderen Operationen im Bauchraum gleichgesetzt werden und hat nicht nur starke Schmerzen zur Folge, sondern auch Risiken hinsichtlich Infektionen, Störungen der Wundheilung oder auch Thrombosen mit sich bringen. Zudem kann ein Kaiserschnitt sich negativ auf weitere geplante Schwangerschaften auswirken: "Durch die Narbe ist die Einnistung des Embryos in der Gebärmutter häufig beeinträchtig", warnt Petra Kolip, Gesundheitswissenschaftlerin von der Universität Bielefeld, gegenüber der "Welt".

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Ärzte werden bei gesunden Müttern und Kindern zu einer natürlichen Geburt raten. Wünschen sich Mütter dennoch einen Kaiserschnitt, sollten Sie sich umfassend von ihrem behandelnden Arzt und ihrer Hebamme über Risiken und Folgen aufklären lassen.

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(Quelle Bild: istockphoto)

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