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Plötzlicher Kindstod: So groß ist die Gefahr in den ersten Lebensmonaten

Der plötzliche Kindstod ist ein Schrecken, der die meisten Eltern in den ersten Lebensmonaten ihres Kindes begleitet. Groß ist die Angst, dass der Nachwuchs im Schlaf plötzlich nicht mehr atmet. Trotz zahlreicher medizinischer Forschungsansätze ist der plötzliche Kindstod noch immer nicht erforscht. Unzweifelhaft sind lediglich verschiedene Risikofaktoren und Dispositionen.

Eltern können also durchaus Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um das Risiko für ihr eigenes Kind so gering wie möglich zu halten. Ganz verbannen lässt sich die Angst vor dem plötzlichen Kindstod dadurch aber leider nicht. Wir beleuchten ein Thema, das für die meisten Eltern mit Unsicherheit verbunden ist.

Der plötzliche Kindstod, in der medizinischen Fachsprache auch das „Sudden Infant Death Syndrome (SIDS)“ genannt, beschreibt ein Phänomen, für das Medizinier und Wissenschaftler auch nach Jahrzehnten der Forschung noch keine eindeutige Ursache ermitteln konnten. Vom plötzlichen Kindstod wird gesprochen, wenn ein Baby innerhalb der ersten 12 Monate seines Lebens plötzlich verstirbt, ohne dass eine eindeutige Diagnose gestellt werden kann. Das Sudden Infant Death Syndrome ist also kein medizinischer Fachbegriff für eine Krankheit, sondern ein Überbegriff für ungeklärte Todesfälle bei Säuglingen.

So häufig kommt es zum plötzlichen Kindstod

Der plötzliche Kindstod ist ein Thema, das Eltern von Neugeborenen und Säuglingen stark beschäftigt. Bereits im Geburtsvorbereitungskurs informieren Hebammen werdende Eltern über Risiken und Vorsorgemaßnahmen.

Tatsächlich tritt der plötzliche Kindstod glücklicherweise verhältnismäßig selten auf. In Deutschland versterben jährlich etwa 130 Babys unter 12 Monate, ohne dass eine eindeutige Todesursache festgestellt werden kann. 1990 wurden laut statistischem Bundesamt in Deutschland noch 1283 Fälle gemeldet, 2008 nur noch 215.

Bereits in den 70er Jahren wurde der Schlaf in Bauchlage offiziell als Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod anerkannt. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits Jahrzehnte der Forschung vergangen, ohne nennenswerte Ergebnisse hervorzubringen. Seither sind die Todesfälle bei Säuglingen, die unter den Begriff des SIDS gefasst werden, um rund 80 Prozent zurückgegangen.

Wissenschaftler der Universitätskinderklinik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg definieren die Wahrscheinlichkeit, dass ein Säugling den plötzlichen Kindstod erleidet, derzeit wie folgt:

„Das individuelle Risiko eines Kindes, im ersten Lebensjahr aus nicht geklärter Ur-sache plötzlich und unerwartet zu sterben, liegt derzeit bei etwa 1:3000Säuglingen. Die Todesfälle konzentrieren sich jedoch auf Risikogruppen. Bei Abwesenheit biologischer, medizinischer und soziodemografischer Risiken und Beachtung der offiziellen Präventionsempfehlungen ist das in-dividuelle „SIDS“-Risiko in der „Normal-familie“ kleiner als 1:10.000Säuglinge und stellt somit aktuell kein erhebliches Ge-sundheitsrisiko mehr dar.“

 (Quelle: http://www.stillen-institut.com

Rund 80 Prozent der Todesfälle ohne eindeutige Diagnose tritt innerhalb der ersten sechs Lebensmonate ein. Zwischen den 2. Und 4. Lebensmonat ist die Konzentration besonders hoch. Tatsächlich sind männliche Säuglinge mit 60 Prozent etwas stärker betroffen als weibliche. In den meisten Fällen versterben die Säuglinge irgendwann während des Nachtschlafes. Seltener kommt es auch während kürzerer Schlafphasen am Tag zu den ungeklärten Todesfällen.

Wissenschaftliche Theorien zur Ursache des plötzlichen Kindstodes

Bis heute ist die Ursache für den plötzlichen Kindstod nicht erschöpfend geklärt, es gibt allerdings verschiedene Theorien. Mediziner gehen davon aus, dass eine Atemstörung als Ursache angenommen werden kann.

Die wahrscheinlichste Theorie macht das Stammhirn des Säuglings für das plötzliche und unerklärliche Versterben verantwortlich. Im Stammhirn sitzt das Alarmsystem des Menschen, das anschlägt, wenn der CO2-Gehalt im Schlaf in einen gesundheitsschädlichen Bereich steigt. Durch eine zu hohe CO2-Sättigung im Blut verlangsamt den Herzschlag und sorgt so dafür, dass der lebenswichtige Sauerstoff langsamer transportiert wird. Funktioniert das Gehirnareal richtig, wird ein Bewegungsreflex ausgelöst, der beispielsweise den Kopf aus dem Kissen dreht, um wieder besser Luft zu bekommen, oder ganz aufwacht.

Ist das Stammhirn bei Säuglingen nicht richtig entwickelt, wird die Überdosierung an CO2 möglicherweise nicht erkannt. Forscher konnten bei vielen Babys, die am plötzlichen Kindstod verstorben sind, einen Defekt im Stammhirn feststellen, der den Reiz unterdrückt haben könnte, der durch eine erhöhte CO2-Konzentration im Blut ausgelöst wird. So kann der Säugling nicht aufwachen, um seine Atmung zu normalisieren, und erstickt im Schlaf.

Auch wenn die Theorie der Fehlfunktion im Stammhirn inzwischen weit verbreitet ist, konnte sie bislang nicht wissenschaftlich eindeutig belegt werden. Als unstrittig gilt allerdings, dass dem plötzlichen Kindstod eine nicht näher bestimmte Disposition des Säuglings zugrunde liegt, die mit einer Kombination aus verschiedenen ungünstigen Faktoren zusammenfällt.

Diese Faktoren können den plötzlichen Kindstod begünstigen

Es gibt zahlreiche Einflüsse und Faktoren, die Medizinern und Wissenschaftlern zufolge die Wahrscheinlichkeit erhöhen können, dass ein Säugling den plötzlichen Kindstod erleidet. Eine sehr leicht verständliche Auflistung möglicher Risikofaktoren ist zum Beispiel bei Babelli.de zu finden:

-      Ein junges Alter der Mutter bei der Schwangerschaft (unter 20 Jahre)

-      Eine lebensbedrohende Krise, die bei dem Säugling schon früh eingetreten ist

-      Eine Frühgeburt bis zur 33. Schwangerschaftswoche

-      Ein sehr geringes Geburtsgewicht

-      Geschwister, die bereits am SIDS verstorben sind

-      Einnahme von Drogen durch die Mutter

-      Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft

-      Rauchen in der Lebensumgebung des Säuglings

-      Überhitzung des Babys durch Decken, Kissen oder zu warme Kleidung

-      Fehlende Luftzirkulation im Bettchen oder dem Kinderwagen

-      Accessoires im Bettchen, wie Nestchen, Kuscheltiere und Kissen

-      Schlafen in einem anderen Zimmer als die Eltern

-      Die Babys werden nicht gestillt

-      Schlafen des Säuglings in der Bauchlage

Keiner dieser Faktoren muss bedeuten, dass ein Säugling eine Disposition für das SIDS besitzt. Ebenso wenig erhebt die Liste Anspruch auf Vollständigkeit in medizinischer Hinsicht. Es kann allerdings festgestellt werden, dass in 99 Prozent der Todesfälle, die unter den Begriff des plötzlichen Kindstodes gefasst werden, mindestens einer oder auch mehrere dieser Faktoren vorlagen.

Wissenschaftler halten heute die so genannte Triple-Hypothese für sehr wahrscheinlich. Nach dieser Theorie sollen dem SIDS multifaktorielle Umstände zugrunde liegen. Für Eltern bedeutet dies, dass mehrere Auslöser vorhanden sein müssen, damit ein erhöhtes Gesundheitsrisiko für ihr Baby besteht. Mediziner, die sich mit dem plötzlichen Kindstod beschäftigt haben, gehen davon aus, dass neben einer grundlegenden Disposition und ungünstigen Begleitumständen auch ein akutes Ereignis vorliegen muss, wie zum Beispiel eine den Atem behindernde Schlafposition, aus der das Baby sich nicht aus eigener Kraft befreien kann.

Sind kleine Bauchschläfer immer gefährdet?

Der plötzliche Kindstod ist für Eltern ein Thema mit vielen Fragezeichen. Besonders unsicher sind Eltern, deren Babys bevorzugt in Bauchlage schlafen. Die Bauchlage wurde zwar schon vor Jahrzehnten als einer der größten Risikofaktoren anerkannt, trotzdem müssen Eltern ihre kleinen Bauchschläfer in der Nacht nicht immer wieder auf den Rücken drehen. Es scheint erwiesen, dass mehrere Faktoren zusammenkommen müssen, damit das Risiko für das SIDS wirklich erhöht ist. Ist die Schlafumgebung ansonsten optimal auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt und verzichten Eltern auf weitere gefährdende Faktoren, indem sie zum Beispiel für eine rauchfreie Umgebung und eine gute Luftzirkulation sorgen, ist die Bauchlage alleine in der Regel kein Grund zur Sorge.

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(Bildquelle: Abbildung 1: @ adiretoriaeventos (CCO-Lizenz) / pixabay.com)

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